Betula

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Betula — Birke

Bearbeitet von Wolfgang Willner


Etymologie: Betula: lat. betulla, aus dem Keltischen, zB gall. betu- (= Birke). In der Botanik hat sich die falsche (mittelalterliche u. noch in den Plinius-Ausgaben des 16. Jh. übliche) Schreibung mit nur einem L durchgesetzt (Linnaeus 1751: Philosophia Botanica: 175). – Birke: germ. Baumname; ahd. birka, birihha , mhd. birke, birche; zu ie. *bherg-: glänzend, weiß; wegen der weißen Borke.


Bäume od. Sträucher; ♂ Kätzchen im Herbst an den Spitzen der Jahrestriebe erscheinend, nackt überwinternd; ♂ Blüten 3 je TeilBlüstd, sitzend, Mittelblüte mit 2, seitliche Blüten ohne VorB; PerigonB (1–)2–4, schuppenartig, StaubB (1–)2(–3), fast bis zum Grund geteilt; ♀ Kätzchen als Knospen überwinternd, an der Spitze von Kurztrieben; ♀ Blüten (1–)3 je TeilBlüstd, sitzend, Perigon fehlend; das TragB u. die 2 VorB der Mittelblüte zu einer ledrigen „FrSchuppe“ verwachsen, die zur FrReife abfällt; Fr abgeflacht, ± breit geflügelt. — Windbestäubung; Windausbreitung — x = 14 — 35(–52?) Arten, nordhem. temp.-bor; in Eur. 4(–9?) Arten — GARDINER (1972), NATHO (1959, 1993), SCHMIEDER (2000).


Tax. Anm.: Alle heimischen Birkenarten bilden untereinander gelegentlich Hybriden. Durch hybridogene Introgression können aber auch ausgedehnte Populationen mit intermediären Merkmalsausprägungen entstehen, deren taxonomischer Wert umstritten ist (vgl. auch Tax. Anm. bei B. pubescens). Die sichere Bestimmung der „reinen“ Sippen wird durch solche Zwischenformen erheblich erschwert.


Achtung.png Techn. Hinweis: Die Beurteilung der LaubB-Merkmale sollte nach Möglichkeit an Kurztrieben blühender od. fruchtender Zweige erfolgen. Schösslinge sind zur Bestimmung ungeeignet.


Schlüssel der Arten

1 Bäume, meist über 5 m hoch; LaubBStiel 10–30 mm lg, Spreite meist länger als 30 mm, unterhalb der Mitte am breitesten; ♂ Kätzchen hängend, 20–90(–100) mm lg; ♀ Kätzchen anfangs aufrecht, bei der Reife hängend, fruchtende Kätzchen 7–16 mm lg gestielt, (ohne Stiel) 15–40 mm lg u. 7–10 mm br; FrSchuppen breiter als 3 mm; FrFlügel so breit od. breiter als die Nuss.
LaubBSpreite beiderseits mit 5–8 Seitennerven, am Grund (schwach herzförmig bis) br-keilig.
2
 
Niedere Sträucher, stets niedriger als 3 m; LaubBStiel 0,5–5(–8) mm lg, Spreite kürzer als 30 mm, meist in der Mitte am breitesten; ♂ Kätzchen aufrecht, 5–15(–20) mm lg; ♀ Kätzchen stets aufrecht, fruchtende Kätzchen 0–5 mm lg gestielt, (ohne Stiel) 5–15 mm lg u. 4–6(–8) mm br; FrSchuppen schmäler als 3 mm; FrFlügel deutlich schmäler als die Nuss.
3


2 Rinde an Stamm u. Hauptästen reinweiß, glänzend; Äste meist aufrecht-abstehend, Zweigenden bei älteren Bäumen hängend; junge Zweigachsen durch Harzdrüsen warzig, kahl (slt spärlich behaart); LaubBStiel kahl (slt spärlich behaart), Spreite rhombisch bis dreieckig-eiförmig, mit deutlich ausgezogener (oft etwas schiefer) Spitze, scharf doppelt gesägt, dünn, glänzend, beiderseits kahl (slt an den Nerven spärlich behaart); FrSchuppen mit (waagrecht-abstehenden bis) zurückgebogenen Seitenlappen; FrFlügel 1,5–3× so br wie die Nuss, meist deutlich die Narben überragend; Knospenschuppen kahl od. zstr mit ca. 0,1 mm lg Wimpern besetzt, sehr harzig.
10–20(–30) m hoher Baum; LaubBStiel 10–30 mm lg, Spreite 30–60(–70) mm lg u. 25–55 mm br; ♂ Kätzchen sitzend, 20–90(–100) mm lg; Nuss (ohne Flügel) ca. 1,8–2 mm lg u. 0,8–1 mm br.
B. pendula
 
Rinde an Stamm u. Hauptästen gelblich-weiß bis bräunlich, matt; Äste meist waagrecht bis schräg-abstehend, Zweigenden auch bei älteren Bäumen ± gerade abstehend; junge Zweigachsen nicht od. kaum warzig, dicht flaumhaarig; LaubBStiel ± dicht flaumhaarig (bisweilen später verkahlend), Spreite eiförmig, spitz bis kurz zugespitzt, einfach bis undeutlich doppelt gesägt, derb, matt, oberseits spärlich bis zstr, unterseits anfangs ± dicht flaumhaarig, später oft verkahlend, jedoch zumindest in den Nervenwinkeln bleibend bärtig; FrSchuppen mit waagrecht bis aufwärts abstehenden Seitenlappen; FrFlügel 1(–1,5)× so br wie die Nuss, die Narben nicht überragend; Knospenschuppen dicht mit 0,3–0,5 mm lg Wimpern besetzt, nicht od. kaum harzig.
(3?–)8–15(–30) m hoher Baum; LaubBStiel 10–25 mm lg, Spreite 30–60(–80) mm lg u. 20–50(–60?) mm br; ♂ Kätzchen sitzend, 20–50(–80) mm lg; Nuss (ohne Flügel) ca. 2–2,5 mm lg u. 1–1,3 mm br.
B. pubescens
Anm.: Bezüglich der von manchen Autoren als Unterarten von B. pubescens gefassten, durch einzelne zu B. pendula u./od. B. nana weisende Merkmale gekennzeichneten Formen vgl. Tax. Anm. bei der Art.


3 (1) Junge Zweigachsen mit großen, weißlichen bis gelben Harzdrüsen; LaubBSpreite (eiförmig bis) elliptisch, stets länger als breit, beiderseits mit 4–5(–6) Seitennerven; FrSchuppen mit schräg-abstehenden Seitenlappen; FrFlügel 1/3–1/2× so br wie die Nuss.
0,5–2(–3) m hoher Strauch; Rinde braun; junge Zweigachsen spärlich bis dicht behaart; LaubBStiel 2–5(–8) mm lg, kahl bis dicht flaumhaarig; Spreite 10–25(–30) mm lg u. 5–20(–25) mm br, am Grund abgerundet bis keilig, vorn abgerundet bis spitz, einfach gesägt bis kerbsägig, beiderseits anfangs behaart, später verkahlend; ♂ Kätzchen sitzend, 10–15(–20) mm lg; fruchtende ♀ Kätzchen 0,5–3 mm lg gestielt, (ohne Stiel) 7–15 mm lg u. 4–6(–8) mm br; Nuss (ohne Flügel) ca. 1,5–2 mm lg u. 0,8–1,2 mm br; Knospenschuppen mit 0,3–0,5 mm lg Wimpern besetzt, wenig harzig.
B. humilis
 
Junge Zweigachsen ohne Harzdrüsen; LaubBSpreite rundlich, meist breiter als lang, beiderseits mit (2–)3(–4) Seitennerven; FrSchuppen mit aufrechten (zum Mittellappen nahezu parallelen) Seitenlappen; FrFlügel 1/6–1/3× so br wie die Nuss.
0,2–0,5(–1,2) m hoher Kleinstrauch; Rinde braun bis schwarzgrau; junge Zweigachsen meist dicht behaart; LaubBStiel 0,5–3 mm lg, kahl bis zstr kurzhaarig; Spreite 4–12(–15) mm lg u. 5–15 mm br, am Grund verschmälert, vorn abgerundet, grob kerbsägig, beiderseits kahl; ♂ Kätzchen sitzend, 5–10(–15) mm lg; fruchtende ♀ Kätzchen 0–5 mm lg gestielt (am Stiel bisweilen mit einzelnen Blüten), (ohne Stiel) 5–10 mm lg u. 4–5 mm br; Nuss (ohne Flügel) ca. 1,3–1,6 mm lg u. 1,3–1,5 mm br; Knospenschuppen mit 0,2–0,5 mm lg Wimpern besetzt, nicht harzig.
B. nana

Hybriden

(Häufigkeit u. Verbreitung in Österreich unbekannt)

B. humilis × B. pendula = B. ×zabelii
B. humilis × B. pubescens = B. ×warnstorfii
B. humilis × B. pendula × B. pubescens = B. ×grossii
B. nana × B. pendula = B. ×fennica
B. nana × B. pubescens = B. ×intermedia
B. pendula × B. pubescens = B. ×aurata = B. ×aschersoniana = B. ×rhombifolia

Betula
Betula.jpg
Systematik
Familie: Betulaceae
Unterfamilie: Betuloideae

Nomenklatur & Synonymie







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