Asplenium trichomanes

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Inhaltsverzeichnis

Asplenium trichomanes — Braunschwarz-Streifenfarn

Bearbeitet von Libor Ekrt


Tax. Anm.: A. trichomanes besteht aus mehreren di- u. tetraploiden Sippen, die morphologisch nicht ganz leicht zu bestimmen sind. In Mitteleuropa können zumindest fünf Unterarten unterscheiden werden, welche sich morphologisch, zytologisch, aber auch ökologisch unterscheiden. Weiters werden eine Reihe von Hybriden (Nothosubspecies) angegeben. Nach J. C. Vogel (mündl.) ist aber auch mit hexaploiden Lokalsippen zu rechnen.


Achtung.png Techn. Hinweis: Im folgenden Unterarten-Schlüssel ist zu beachten: Die Längenangaben zu den seitlichen Fiedern beziehen sich auf die Situation in der Spreitenmitte. – Der Abstand der vorderen Fiedern ist als die Entfernung zwischen den Anheftungsstellen zweier benachbarter (auf derselben Spreitenseite liegender) Blättchen an der BSpindel zu verstehen.


Anm.: Das in Bestimmungsschlüsseln häufig verwendete Merkmal der Rhizomschuppenlänge ist nach neuesten Befunden zur Unterscheidung der Unterarten von A. trichomanes nicht geeignet (EKRT 2003, EKRT & ŠTECH 2008).


Schlüssel der Unterarten

1 Sporangien sich bei der Sporenreife öffnend; Fiedern meist asymmetrisch, unterseits locker mit drüsenlosen Haaren besetzt (daneben mit wenigen Drüsenhaaren); die Fiedern im untersten Viertel der Spreite mit 0–3 Sori; BSpindel gerade od. schwach bogig.
2
 
Sporangien auch nach Sporenreife großteils geschlossen bleibend; Fiedern meist symmetrisch, unterseits dicht mit Drüsenhaaren besetzt; die Fiedern im untersten Viertel der Spreite mit 3–6 Sori; BSpindel sichel- od. s-förmig gebogen.
Rhizomschuppen dunkelbraun, ganzrandig; BSpindel dunkelbraun, zerbrechlich, auf den Flügeln mit deutlich erhabenen, orangen Papillen (vgl. → Abb. 7b); Endfieder einfach od. in 2–6 Abschnitte geteilt, 2,5–6 mm br.
4


2 LaubB meist der Unterlage anliegend, 4–12(–20) cm lg; Fiedern gegen die BSpitze hin nicht kürzer werdend; Endfieder 4–7 mm br, ca. 1,5× so lang wie breit.
Rhizomschuppen dunkelbraun, ganzrandig; BSpindel dunkel- bis rotbraun, auf den Flügeln mit deutlich erhabenen, orangen Papillen (vgl. → Abb. 7b); Spreite jederseits mit 10–20(–25) Fiedern; seitliche Fiedern sich nicht überlappend (aber sich bisweilen berührend), nahe der BSpitze 3–7(?) mm von einander entfernt; Fiedern rechteckig bis länglich, 4–10 mm lg, nicht hautrandig; Endfieder einfach; Sporen 27–31 μm lg, gelb bis hellbraun, durchscheinend. – Nur auf Kalk u. Dolomit.
A. trichomanes subsp. inexpectans
 
LaubB meist aufrecht, 6–25(–35) cm lg; Fiedern gegen die BSpitze hin allmählich kürzer werdend; Endfieder 1,5–5(–7) mm br, 1,5–3× so lang wie breit.
3


3 Fiedern nahe der BSpitze 3–7 mm von einander entfernt; BSpindel rotbraun, auf den Flügeln mit wenig erhabenen, hellgelben Papillen (→ Abb. 7a); Rhizomschuppen rotbraun, ohne Anhängsel; Sporen 25–29 μm lg, gelb bis hellbraun, durchscheinend.
Spreite jederseits mit (9–)15–30(–40) Fiedern; seitliche Fiedern sich nicht überlappend, rundlich bis eiförmig, 3–6 mm lg, nicht hautrandig; Endfieder einfach, 1,5–4 mm br. – Nur auf Silikat u. Serpentin.
A. trichomanes subsp. trichomanes
 
Fiedern nahe der BSpitze 2–4 mm von einander entfernt; BSpindel dunkelbraun (slt rotbraun), auf den Flügeln mit deutlich erhabenen, orangen Papillen (→ Abb. 7b); Rhizomschuppen dunkelbraun, mit mehrzelligen Anhängseln; Sporen 30–38(–45) μm lg, dunkelbraun, nicht durchscheinend.
Spreite jederseits mit (9–)16–33(–38) Fiedern; seitliche Fiedern sich nicht überlappend (aber sich bisweilen berührend), eiförmig bis länglich, 3–7(–11) mm lg, nicht hautrandig; Endfieder einfach od. in 2–5 Abschnitte geteilt, 2–5(–7) mm br. – Auf Kalk u. (basenreicherem) Silikat.
A. trichomanes subsp. quadrivalens


4 (1) LaubB der Unterlage anliegend, (2–)4–12 cm lg; BSpindel s-förmig gebogen; seitliche Fiedern sich meist überlappend, hautrandig; Sporen gelb bis hellbraun, durchscheinend.
Spreite jederseits mit (8–)10–25 Fiedern; Fiedern gegen die BSpitze hin nicht kürzer werdend, nahe der BSpitze 1,5–3,5 mm von einander entfernt; Fiedern dreieckig bis länglich, 3–7 mm lg; Sporen 30–36(–40) μm lg. – Nur auf Kalk u. Dolomit.
A. trichomanes subsp. pachyrachis
 
LaubB aufsteigend, 6–18 cm lg; BSpindel ± sichelförmig gebogen; seitliche Fiedern sich nicht überlappend (aber sich manchmal berührend), nicht hautrandig; Sporen dunkelbraun, nicht durchscheinend.
Spreite jederseits mit (10–)13–28 Fiedern, Fiedern gegen die BSpitze hin nicht od. kaum kürzer werdend, nahe der BSpitze 2–4,5 mm von einander entfernt; Fiedern dreieckig bis spießförmig, 6–8 mm lg; Sporen 32–38(–40) μm lg. – Nur auf Kalk u. Dolomit.
A. trichomanes subsp. hastatum



Lebensdauer & Lebensform

ausdauernd, Hemikryptophyt

Wuchshöhe

2–10(–20) cm

Chromosomenzahl

siehe Unterarten

Sporenreife

VII–VIII

Verbreitung und Häufigkeit in Österreich

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Verbreitung nach Bundesländern

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Höhenstufenbindung

collin bis subalpin

Standort

Fels- und Mauerspalten, steinige Wälder

Vergesellschaftung (Syntaxonomie)

siehe Unterarten

Weitere deutsche Namen

Brauner St., Braunstieliger St., Widerton-St.

Verwendung (inkl. Ethnobotanik)

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Asplenium trichomanes
Aspl trich.jpg
Systematik
Familie: Aspleniaceae
Gattung: Asplenium

Nomenklatur & Synonymie

Abb. 2



Abb. 7



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