Asplenium

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Inhaltsverzeichnis

Asplenium — Streifenfarn

Bearbeitet von Franz Starlinger & Wolfgang Willner, mit Beiträgen von Barbara Knickmann & Libor Ekrt


Etymologie: Asplenium: gr. asplénios: ohne Milz, die Milz lindernd; bezieht sich auf A. ceterach, den Milzfarn, der angeblich als Mittel gegen die „Milzsucht“ (?) verwendet worden ist. – Streifenfarn: wegen der länglichen bis streifenförmigen Sori.


Ausdauernde Landfarne; Rhizom aufrecht od. kurz kriechend, mit schmalen, manchmal haarförmigen, meist braunschwarzen Spreuschuppen (= Rhizomschuppen), diese meist mit verdickten, deutlich hervorspringenden (bei A. scolopendrium nur mäßig verdickten) Zellwänden; Sporangientragende u. veg. LaubB gleich gestaltet, in ± dichten Rosetten; BStiel am Grund mit 2 Leitbündeln, die sich oben zu einem einzigen X-förmigen Bündel vereinigen; BNerven meist frei endend (bei A. ceterach am BRand netzig verbunden); Sori länglich bis linealisch, entlang von Seitennerven angeordnet; Schleier meist vorhanden (bei A. ceterach jedoch meist fehlend), an seiner Längsseite angeheftet; Sporen monolet, bohnenförmig; Perispor vorhanden. — x = 36 — ca. 700 Arten, weltweit; in Eur. 31 Arten — Felsspalten, Schutthalden, steinige Waldböden — LOVIS (1964), BENNERT & FISCHER (1993), SCHNEIDER et al. (2004), EKRT (2003), EKRT & ŠTECH (2008).


Tax. Anm.: Phyllitis u. Ceterach sind hier in Asplenium eingegliedert, denn es existiert in NW-Kroatien mit A. hybridum eine allotetraploide Art, deren Eltern A. sagittatum (= Phyllitis hemionitis) (Heimat: Mediterranraum) u. A. ceterach subsp. bivalens bei engerem Gattungsbegriff verschiedenen Gattungen angehören würden (VIDA 1963, 1976).


Achtung.png Techn. Hinweis: Ob die Sporangien geschlossen bleiben od. sich bei der Sporenreife öffnen, lässt sich im Frühjahr u. Sommer an vorjährigen Blättern (auch an vertrockneten Resten!) gut beurteilen.


Gattungsgliederung

subgen. Asplenium (= Gattung Asplenium s. str.)
BSpreite geteilt od. zusammengesetzt; BNerven frei endend; BUnterseite mit fadenförmigen, früh abfallenden Spreuschuppen; Schleier mit dem freien Rand dem Mittelnerv des BAbschnitts zugewandt.

subgen. Phyllitis (= Gattung Phyllitis )
BSpreite ungeteilt; BNerven frei endend; BUnterseite mit pfriemlichen, früh abfallenden Spreuschuppen; Schleier mit dem freien Rand einander paarweise zugewandt.

subgen. Ceterach (= Gattung Ceterach )
BSpreite fiederschnittig; BNerven am BRand netzig verbunden; BUnterseite mit ± eiförmigen, bleibenden Spreuschuppen; Schleier fehlend od. rudimentär.


Schlüssel der Arten

1 Spreite ungeteilt, aus herzförmigem Grund breit-länglich, ganzrandig; Sori in Doppelstreifen angeordnet (linealische Sori paarweise dicht nebeneinander liegend), je ein Paar beidseitig von den Schleiern eingefasst, diese mit dem freien Rand einander zugewandt.
Blätter 20–50(–80) cm lg; BStiel 1,5–4 mm Ø, 0,3–0,6(–0,8)× so lg wie die Spreite, am Grund dunkelbraun; Spreite 3–6(–8) cm br, schwach glänzend; BStiel u. Mittelrippe meist dicht mit bleibenden, eilanz. bis schmal-linealischen blassbraunen Spreuschuppen besetzt; BUnterseite in der Jugend zerstreut fein spreuschuppig (Schuppen viel kleiner als jene der Mittelrippe), verkahlend; Nerven gabelig verzweigt, frei endend; freier Rand des Schleiers ganzrandig; Sporangien sich bei der Sporenreife öffnend; Sporen (24–)27–30(–33) μm lg, hellbraun bis gelblich.
A. scolopendrium
 
Spreite geteilt od. zusammengesetzt; Sori einzeln, Schleier mit dem freien Rand dem Mittelnerv des BAbschnitts zugewandt, od. Schleier fehlend.
2


2 Spreite fiederschnittig, mit beiderseits jeweils 9–12 halbkreisrunden bis halbeiförmigen, ganzrandigen Abschnitten (→ Abb. 1); BUnterseite mit einander ziegeldachig deckenden, anfangs silberweißen, später hellbraunen, eiförmigen, zugespitzten, bleibenden Spreuschuppen bedeckt (Schuppen an den BRändern wimperartige hervorragend); BNerven am BRand netzig verbunden; Schleier rudimentär od. fehlend.
Blätter 6–20(–35) cm lg, überwinternd; BStiel ca. 1(–1,5) mm Ø, 0,1–0,5(–1)× so lg wie die Spreite, am Grund schwarzbraun, manchmal mitsamt dem Grund der BSpindel unterseits rot- bis schwarzbraun, dicht mit bleibenden, eiförmigen bis eilanz. Spreuschuppen besetzt; Spreite im Umriss linealisch bis lineal-lanz., glanzlos; Sori anfangs unter den dichten Spreuschuppen verborgen; Sporangien sich bei der Sporenreife öffnend; Sporen (24–)30–48(–50) μm lg, dunkelbraun.
A. ceterach
 
Spreite gefiedert od. ungleich gabelteilig od. 3-teilig; Spreite u. BStiel im jungen Zustand mit dunkelbraunen, fadenförmigen, später abfallenden Spreuschuppen besetzt; BNerven frei endend; Schleier vorhanden.
(A. subgen. Asplenium)
3


3 Spreite ungleich gabelteilig od. 3-teilig.
BStiel ca. 0,5 mm Ø, 2–5× so lg wie die Spreite, die unteren 10–20% seiner Länge glänzend rot- bis schwarzbraun; freier Rand des Schleiers ganzrandig.
4
 
Spreite gefiedert.
5


4 Spreite kahl, glänzend, ungleich gabelteilig mit 2–5 Abschnitten; BAbschnitte linealisch bis verk’eilanz., meist beiderseits mit jeweils 1–2 spitzen Zähnen besetzt; Sporangien sich bei der Sporenreife öffnend; Sporen grob netzig-runzelig, dunkelbraun.
Blätter 5–15(–17) cm lg; Sporen (30–)36–45(–48) μm lg.
A. septentrionale
 
Spreite beiderseits drüsenhaarig, glanzlos, 3-spaltig bis 3-zählig zusammengesetzt; BAbschnitte bzw. Fiedern rautenförmig-elliptisch bis lanz., vorn unregelmäßig gekerbt-gesägt od. gezähnt, manchmal die untersten Zähne sehr groß (BAbschnitte dadurch fast 3-spaltig); Sporangien auch nach der Sporenreife großteils geschlossen bleibend; Sporen sehr fein netzig-runzelig (→ Abb. 6), blassbraun bis gelblich.
Blätter 3–10(–13) cm lg; Sporen (30–)37–42(–44) μm lg.
A. seelosii


5 (3) Spreite einfach gefiedert.
BStiel 0,5–1 mm Ø, 0,1–0,3(–0,7)× so lg wie die Spreite; Spreite im Umriss länglich bis linealisch, kahl od. slt spärlich drüsenhaarig, glanzlos; freier Rand des Schleiers ganzrandig.
6
 
Spreite 2–3(–4)-fach gefiedert.
8


6 BStiel nur am Grund glänzend rot- bis schwarzbraun, sonst wie die BSpindel grün (sehr slt BStiel bis zum Grund der BSpindel braun).
Blätter 5–15(–20) cm lg; BStiel u. BSpindel nicht geflügelt; Fiedern aus breitkeiligem Grund br- bis schmal-rautenförmig-eiförmig, asymmetrisch, ziemlich grob gekerbt bis gelappt; Sporangien sich bei der Sporenreife öffnend; Sporen (27–)30–36(–42) μm lg, #Farbe?.
A. viride
 
BStiel und BSpindel beiderseits meist weit über die Mitte der Spreite glänzend rot- bis schwarzbraun.
7


7 BStiel u. BSpindel meist oberseits rinnig, aber nicht geflügelt; Spitzenbereich der BSpindel, d. h. vordere (7–)10–35(–50) % grün, sonst kräftig rotbraun.
Blätter 8–20(–25) cm lg; Fiedern aus breitkeiligem Grund rundlich-eiförmig bis elliptisch, asymmetrisch, fein bis grob gekerbt; Sporangien sich bei der Sporenreife öffnend; Sporen (27–)33–39(–42) μm lg, braun.
A. adulterinum
Achtung.png Verwechslungsmöglichkeit: A. trichomanes × A. viride: Sporen nicht gut entwickelt, Pf daher ± steril.
 
BStiel u. BSpindel deutlich geflügelt (→ Abb. 2), bis zur Spitze rot- od. schwarzbraun (an sehr jungen Blättern ist die Spitze der BSpindel jedoch noch grün!).
Blätter (2–)4–25(–35) cm lg; Fiedern aus breitkeiligem bis abgerundetem Grund rundlich bis eiförmig bis länglich od. dreieckig bis spießförmig, fein gekerbt bis gebuchtet bis (fast) ganzrandig.
A. trichomanes


8 (5) Spreite im Umriss lanz. bis länglich-lanz., längste Hauptfiedern ca. in der Mitte der Spreite; BStiel 1/6–2/3(–1)× so lg wie die Spreite.
Blätter 5–20(–25) cm lg; BStiel ca. 1 mm Ø, am Grund glänzend rot- bis schwarzbraun, sehr slt unterseits bis zum Grund der BSpindel braun; Spreite 2-fach gefiedert, kahl, glanzlos; Fiederabschnitte letzter Ordnung rundlich bis elliptisch, vorn mit spitzen Lappen; freier Rand des Schleiers ganzrandig; Sporangien sich bei der Sporenreife öffnend; Sporen (30–)33–37(–42) μm lg, #Farbe?.
A. fontanum
 
Spreite im Umriss 3-eckig, eiförmig od. eilanz., längste Hauptfiedern am od. nahe dem Grund der Spreite; BStiel (0,6–)0,8–2× so lg wie die Spreite.
9


9 BStiel am Grund verdickt, dort (1,5–)2–3(–5) mm Ø; Haupt-Endfieder fiederschnittig (spitzenwärts fiederlappig), deutlich länger als breit.
Blätter 10–45(–50) cm lg; BStiel meist bis zum Grund der BSpindel glänzend rot- bis schwarzbraun (Verdickung am Grund des BStiels im frischen Zustand jedoch oft grün!); Spreite beiderseits mit jeweils 5–12(–15) Hauptfiedern, kahl; Fiederabschnitte letzter Ordnung rautenförmig, eiförmig od. verk’eiförmig; freier Rand des Schleiers ganzrandig; Sporangien sich bei der Sporenreife öffnend.
10
 
BStiel am Grund nicht verdickt, nur bis ca. 1 mm Ø; Haupt-Endfieder ungeteilt od. in 2–3 Abschnitte geteilt, kaum länger als breit.
Spreite beiderseits glanzlos.
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10 BZähne ± lang zugespitzt, oft stachelspitzig, meist vorwärts gekrümmt (→ Abb. 3); Spreite stark glänzend; BAbschnitte meist dicht stehend, einander oft berührend od. überlappend; Sporen (30–)34–38(–44) μm lg, #Farbe?.
Spreite 2–3-fach gefiedert, im Umriss schmal-3-eckig, d. h. (2–)2,5–4× so lg wie die unterste Hauptfieder.
A. adiantum-nigrum
 
BZähne stumpf od. spitz (slt zugespitzt), aber nicht stachelspitzig, fast stets gerade (→ Abb. 3); Spreite glanzlos od. schwach glänzend; BAbschnitte idR entfernt stehend; Sporen (27–)30–34(–36) μm lg, #Farbe?.
Spreite (2–)3(–4)-fach gefiedert, im Umriss breit-3eckig, d. h. 1,7–2,7(–3,2)× so lg wie die unterste Hauptfieder.
A. cuneifolium


11 (9) Fiederabschnitte letzter Ordnung linealisch od. schmal-keilförmig (→ Abb. 4); freier Rand des Schleiers ganzrandig; Spreite beiderseits mit jeweils (5–)6–12 Hauptfiedern, im Umriss schmal-3-eckig bis eilanz., (2–)3–4(–6)× so lg wie die unterste Hauptfieder; BStiel ca. 1 mm Ø, die unteren (25–)30–65 % seiner Länge glänzend rot- bis schwarzbraun (slt unterseits bis zum Grund der BSpindel braun).
Blätter 5–25(–32) cm lg; Spreite 3(–4)-fach gefiedert, kahl; Fiederabschnitte letzter Ordnung an der Spitze ausgerandet bis eingeschnitten; Sporangien sich bei der Sporenreife öffnend; Sporen (24–)30–36(–40) μm lg, #Farbe?.
A. fissum
Achtung.png Verwechslungsmöglichkeit: Cystopteris alpina: Rhizomschuppen hellbraun, dünnwandig (bei Asplenium fissum : fast schwarz, dickwandig [daher auffallend gegittert]) (→ Abb. 5); BNerven sehr kräftig, durchscheinend (bei Asplenium fissum: schwach, oft undeutlich). Ohwell.png
 
Fiederabschnitte letzter Ordnung rhombisch od. br-keilförmig od. verk’eiförmig; freier Rand des Schleiers gefranst; Spreite beiderseits mit jeweils 2–5(–6) Hauptfiedern, im Umriss br-3-eckig od. eiförmig, 1,5–3(–3,7)× so lg wie die unterste Hauptfieder; BStiel meist ca. 0,5 mm Ø, die unteren 10–30(–50) % seiner Länge glänzend rot- bis schwarzbraun.
Spreite 2- bis 3-fach gefiedert.
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12 Spreite zart, fast stets ± drüsenhaarig; Sporangien auch nach Sporenreife großteils geschlossen bleibend, den Vorderrand des BAbschnitts stets frei sichtbar lassend; Sporen unregelmäßig stachelig-warzig (→ Abb. 6), blassbraun bis gelblich.
Blätter 4–9(–13) cm lg; Spreite beiderseits mit jeweils 3–4 Hauptfiedern; Fiederabschnitte letzter Ordnung fächerförmig, keilförmig od. verk’eiförmig, vorn gekerbt bis gelappt (→ Abb. 4); Sporen (30–)36–40(–46) μm lg.
A. lepidum
Achtung.png Verwechslungsmöglichkeit: A. lepidum × A. ruta-muraria: Sporen nicht gut entwickelt, Pf daher ± steril.
 
Spreite ziemlich derb, meist kahl, slt drüsenhaarig; Sporangien sich bei der Sporenreife öffnend, dann oft die gesamte Unterseite des BAbschnitts bedeckend; Sporen grob netzig-runzelig (→ Abb. 6), dunkelbraun.
Blätter 4–15(–25) cm lg; Spreite beiderseits mit jeweils (3–)4–5(–6) Hauptfiedern; Fiederabschnitte letzter Ordnung meist rhombisch, manchmal auch verk’eiförmig od. keilförmig, vorn gekerbt bis gezähnt, sehr slt gelappt (→ Abb. 4); Sporen (30–)34–51(–58) μm lg.
A. ruta-muraria


Hybriden

Für Asplenium wird eine große Zahl von Hybriden angegeben. Deren Häufigkeit u. Verbreitung in Österreich ist allerdings nur ungenügend bekannt. Im Folgenden eine Auswahl an häufigeren Hybriden:

A. adulterinum × A. ruta-muraria subsp. ruta-muraria = A. ×lobmingense
A. adulterinum × A. trichomanes subsp. quadrivalens = A. ×praetermissum
A. adulterinum × A. trichomanes subsp. trichomanes = A. ×trichomaniforme
A. adulterinum × A. viride = A. ×poscharskyanum
A. cuneifolium × A. trichomanes = A. ×wachaviense
A. cuneifolium × A. viride = A. ×woynarianum
A. lepidum × A. ruta-muraria subsp. ruta-muraria = A. ×javorkae
A. lepidum × A. trichomanes subsp. inexpectans = A. ×stiriacum
A. lepidum × A. trichomanes subsp. quadrivalens = A. ×aprutianum
A. ruta-muraria subsp. ruta-muraria × A. septentrionale = A. ×murbeckii
A. ruta-muraria subsp. ruta-muraria × A. trichomanes subsp. quadrivalens = A. ×clermontae
A. septentrionale × A. trichomanes subsp. quadrivalens = A. ×heufleri
A. septentrionale × A. trichomanes subsp. trichomanes = A. ×alternifolium
A. trichomanes subsp. inexpectans × A. viride = A. ×adulteriniforme
A. trichomanes subsp. quadrivalens × A. viride = A. ×bavaricum
A. trichomanes subsp. trichomanes × A. viride = A. ×protoadulterinum


Asplenium
inkl. Phyllitis und Ceterach
Asplenium.jpg
Systematik
Familie: Aspleniaceae

Nomenklatur & Synonymie

Abbildungen:
Abb. 1
Abb. 2
Abb. 3
Abb. 4
Abb. 5
Abb. 6




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